Kitesurfen

Der Spot

Einen Steinwurf vom Zentrum entfernt reihen sich eine handvoll Wellenreitspots aneinander, am "Ronco do Mar" werden regelmässig Contests ausgetragen, der Wind ist hier aber leider ablandig und kiten ist nicht möglich.

Der Kitespot "Quebra Mar" (= Meer- bzw. Wellenbrecher), oder auch nach seinem Besitzer "Kaká" genannt, befindet sich ca. 5km ausserhalb Paracurus.

Wer keinen Leihwagen oder Buggy hat, kommt am günstigsten mit einem Mototaxi (ca. 5 R$), einem Leihmotorrad (ca. 30 R$ täglich) oder dem Taxi (ca. 15-20 R$) zum Spot, dort kann man sein Material für monatlich ca. 100 R$ in der "guardaria" (= Lagerboxen) deponieren. Die Fahrt lohnt sich, denn mit ca. 1-2 Meter Welle am Riff und gleichzeitig Flachwasser innerhalb des Riffgürtels bei niedrigem Wasserstand ist hier für jeden was geboten, bei Flut laufen die Wellen ein bisschen choppy bis an den Strand (beachbreak), was v.a. die Locals gerne für ein Schaulaufen bzw. Schauspringen bis fast auf die Sonnenschirme nutzen.

In Lee des Riffs brechen die Wellen noch etwas höher, hier tummeln sich hin und wieder auch ein paar Windsurflocals und Wellenreiter. Wem es innerhalb des Riffs zu eng wird, der kann mit einem Schlag nach Luv kreuzen, wo bei Flut über einer Sandbank die Wellen brechen. 
Eine weitere Möglichkeit, der "crowd" zu entkommen, ist ein downwinder.

Für abenteuerlustige bietet sich der Langschlag nach Lagoinha an, am Anfang hat man einen sehr schönen Blick auf Paracuru und die Dünen aus ungewohnter Perspektive, ab der Lagune des Rio Curu heisst es dann Shorebreakwellenreiten bis die Finne glüht. In Lagoinha angekommen, kann man sich dann in einer der zahlreichen Barraccas stärken, bevor es mit dem Bus für kleines Geld noch eine interessante ca. 1,5 stündige Fahrt durchs Hinterland gibt, Fahrbier nicht vergessen!
Wer den Bus verpasst hat oder schneller zurück will, kann auch ein (teures) Buggy-Taxi nehmen...

Der 2. Downwinder beginnt am "Quebra Mar" zunächst mit einem Upwinder Richtung Taiba, wahlweise mit einem Zwischenstopp auf der Taiba-Lagune, oder bei den kleinen Fischerhütten nach den Windrädern gleich aufs Meer.

Paracuru: Revierkunde, Tipps

Der brasilianische Bundesstaat Ceará und vor allem die Gegend um Paracuru (ca. 1 Std. nördlich von Cumbuco und ca. 45 Min. südlich von Flecheiras/Flexeiras) bietet nicht nur Flachwasser- und Wellenspots in Hülle und Fülle, er gehört dank des Südostpassats und der thermischen Verstärkung durch die Dünen zu den windsichersten Gebieten weltweit in den Monaten Juni bis Januar. 

In dieser Zeit ist die Windausbeute nahezu 100%, und selbst in den restlichen Monaten kann man mit einer Windwahrscheinlichkeit von 25-50% rechnen. 

Der Wind weht dabei grundsätzlich immer stärker, je weiter man von Fortaleza aus Richtung Itarema (Ilha do Guajiru), Jericoacoara (liebevoll Jeri genannt) bzw. Prea fährt, südlich von Fortaleza Richtung Sao Miguel, Canoa Quebrada, Parajuru etc. weht es etwas schwächer.

Interessant ist, dass trotz des sich verändernden Küstenverlaufs der Wind bedingt durch die See-Land-Thermik an den meisten Spots in Ceara sideshore bis sideonshore weht.

In Paracuru gibt es vor allem im September und Oktober für Frühaufsteher noch eine weitere Besonderheit: 
in den ersten Morgenstunden von ca. 6-8h weht der Wind manchmal side-offshore, falls gleichzeitig noch Swell und Tide passen kommen die Windsurfer selbst aus dem fernen Fortaleza für eine Frühsession vorbei.

Im Laufe des vormittags dreht der Wind dann auf sideshore, spätnachmittags oder bei schwächelndem Passat kann es durch die Dünenthermik auch mal schräg auflandig wehen.

Kitegrössen

Für KiterInnen unter 75kg sind Schirme von 6qm - 12qm sowie für die 75+ Fraktion die Grössen 7-14qm zu empfehlen.
Wer sich nur nördlich von Fortaleza aufhält bzw. in der Starkwindzeit August-November unterwegs ist, kann aber eigentlich zweistellige Schirmgrössen zu Hause lassen...

Ein großer Vorteil von Brasilien bzw. Céara neben den kilometerlangen kaum bevölkerten Buchten und Stränden ist dieSicherheit vor Naturkatastrophen wie Erdbeben, Taifun, Wirbelsturm etc., die einem im Handumdrehen die ganze Urlaubsplanung zunichte machen können. Aber auch unliebsame Begegnungen mit giftigen oder gefährlichen Tieren zu Lande oder im Wasser sind hier unbekannt.

Weitere Fotos